Archäologische Ausstellung im Schloss Heidegg, Gelfingen
30. März - 1. November 2009


Die Kantonsarchäologie Luzern zeigte auf Schloss Heidegg eine Sonderausstellung zur Archäologie des Seetals. Die Zeitreise führte die Besuchenden von den ersten Spuren des Menschen bis in die Neuzeit. Als besonderer Höhepunkt wurde ab dem 8. Juni der berühmte, frisch restaurierte Mammutzahn von Ballwil gezeigt.
www.heidegg.ch







Schichten, Schuften, Schweigen

Die drei thematischen Schwerpunkte „Schichten, Schuften, Schweigen“ beleuchteten die archäologische Arbeitsweise sowie verschiedene Aspekte des Lebens unserer Vorfahren. Die attraktive Inszenierung der Funde sollte nicht nur Freude bereiten, sondern auch das Interesse an Kulturgeschichte wecken. Dabei wurde auf lange Texte bewusst verzichtet. Die für das Verständnis erforderlichen Zusatzinformationen wurden durch zahlreiche Rekonstruktionszeichnungen, Illustrationen und auch Modelle vermittelt. Mit speziellen Installationen und der Möglichkeit, Gegenstände berühren oder in die Hand nehmen zu dürfen, sollten die Besuchenden - insbesondere die Kinder und Jugendlichen – für die Archäologie begeistert werden.

„Schichten“ sind der eigentliche Schlüssel zur Vergangenheit. Die Archäologinnen und Archäologen arbeiten sich von der jüngsten bis zur ältesten Schicht vor und erschliessen so das im Boden ruhende Archiv unserer Geschichte. Unter dem Begriff „Schichten“ wurde aber auch versucht, anhand archäologischer Funde und Befunde Aussagen zur sozialen Schichtung prähistorischer Gesellschaften zu machen. Können Funde über den sozialen Status des einstigen Besitzers, der einstigen Besitzerin Auskunft geben?

Unter dem Begriff „Schuften“ gingen die Besuchenden den Spuren nach, welche die vielfältigen Tätigkeiten unserer Vorfahren in ihren Siedlungen, am Wasser und in Wald und Feld hinterlassen haben. Der tägliche Überlebenskampf spiegelt sich in der technologischen Entwicklung der Werkzeuge und im Bemühen, das Nahrungsspektrum durch Zucht und Auslese zu erweitern und zu verbessern. Zahlreich waren auch die Hinweise, dass trotz der täglichen Mühen Stunden der Musse sowie Spiel und Spass genauso zum Leben unserer Vorfahren gehörten wie heute.


Mit „Schweigen“ war die dritte Abteilung der Ausstellung betitelt, in deren Zentrum Zeugnisse des Glaubens und religiöser Praktiken standen. Die Besuchenden erfuhren, dass der Nachweis, ob ein Gegenstand ursprünglich eine sakrale Bedeutung besass, meist nicht einfach ist. Dies gilt natürlich in besonderem Masse für die schriftlosen Phasen unserer Kulturgeschichte. Aber auch bei jungen und jüngsten Epochen stellen wir immer wieder mit Überraschung fest, wie schnell die Bedeutung religiöser Praktiken und der dabei verwendeten Gegenstände in Vergessenheit gerät. Viel Raum wurde dem Umgang des Menschen mit dem Tod eingeräumt. Skelette wie Grabbeigaben verraten viel über die Lebensumstände in früheren Zeiten.

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